Sommer in Schweden und Dänemark

Sommer in Schweden und Dänemark

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Schweden und Dänemark sind für Bullitouristen, die Natur und Freiheit suchen ein perfektes Ziel. Einen Reiseführer braucht man eigentlich nicht. Es sei denn, man hat Lust an einen „idyllischen“ Stellplatz neben einem Atomkraftwerk zu landen…

SIGHTSEEING IN KOPENHAGEN

Es ist nicht der erste Kurzbesuch in Kopenhagen. Aber es ist wieder einmal schön. Eine tolle Stadt. An diesem Wochenende besonders bunt durch die „Kopenhagen Gay Pride“. Wir machen die obligatorische Bootstour, fallen auf den Touri-Trick Nr.1 rein: Nimm nie das erste Angebot, das du siehst! Nur ein paar Meter weiter hätten wir für die gleiche Fahrt etwa die Hälfte gezaht. Aber sei es drum. Schön mal wieder da zu sein. Aber wir wollen weiter nach Schweden.

 

MIT DER FÄHRE VON HELSINGÖR (DK) NACH HELSINGBORG (SWE)

Bei der Abfahrt in Puttgarden auf Fehmarn haben wir uns für ein Kombiticket entschieden. 130,00 Euro für zwei Personen plus Bulli für zwei Mal Fähre fahren.

Mit der Fähre geht es von Helsingör nach Helsingborg
Mit der Fähre geht es von Helsingör nach Helsingborg

Für uns ist es das erste Mal „Sommer in Schweden“. Eigentlich wohnen wir gar nicht weit weg, aber die Furcht vor Regen im Sommerurlaub hat uns bislang in den Süden verschlagen. Aber der Jahresurlaub ist begrenzt – viel ist für Sardinien drauf gegangen – deshalb nutzen wir die Chance: Premiere für Schweden.

Weil wir das Land noch überhaupt nicht kennen, nehmen wir einen Wohnmobil-Reiseführer mit. Mit dem Wohnmobil nach Süd-Schweden, heißt er. Den allerdings hätten wir uns sparen können. Die aufgeführten Stellplätze waren zum Teil überhaupt nicht das, was wir uns unter schönen Stellplätzen vorgestellt hatten. Das Schlüsselerlebnis: Der WoMo-Führer zeigt das Bild eines T3 in einer Felslandschaft mit Leuchtturm in Bua. Die Realität zeigt einen Felsparkplatz mit Blick auf das örtliche Atomkraftwerk, das nach diversen Pannen seit Jahren abgeschaltet ist. Kein Wort im WoMo-Führer. Für mich einfach nur unfassbar. Also: Bua nicht ansteuern, es sei denn man interessiert sich irgendwie für Pannenmeiler.

HOVS HALLAR UND BASTAD

Immerhin: Die schönen Felsformationen von Hovs Hallar werden im Buch erwähnt und so landen wir auf einem großen Parkplatz an einem Restaurant mit Aussicht. Ein paar Schritte auf dem Schotterweg hinab und wir haben echt einen großartigen Ausblick auf schroffe Felsen und das Meer. Übernachten ist allerdings verboten, deshalb suchen wir nach einem Platz in der Nähe.

Und wir finden ihn in dem kleinen Ort Malen, auf dem Weg nach Bastad. Ganz zufällig, denn er ist natürlich nicht im WoMo-Führer verzeichnet. Es handelt sich um einen kleinen Fischerhafen, an dem rote Mini-Ferienhäuser stehen und zwei Wohnmobile, als wir eintreffen. Strom lässt sich bequem aus einem Laternenpfahl zapfen (Steckdose). Sogar eine Toilette gibt es, allerdings ein Trockenklo – ein Plumpsklo, auch unsere erste Erfahrung. Erstaunlich sauber und gar kein Gestank, aber wirklich kein großer Luxus. Wir sind trotzdem dankbar. Morgens kommt gelegentlich der Hafenmeister herum und sammelt 50,00 schwedische Kronen ein, etwa 5,00 Euro. Der Platz ist genau das, was wir uns unter einem Stellplatz in Schweden vorgestellt haben. Direkt am Wasser, alles da, was man braucht. Sogar ein Picknicktisch.

DIE SCHÄREN – BIZARRE FELSINSELN IN DER OSTSEE

Auf der Weiterfahrt Richtung Smögen auf den Schären-Inseln nördlich von Göteborg schauen wir uns noch einige Strände an. Das Wetter ist eh nicht gut, da kann man mal ein bisschen rumfahren. Einige Strände sind echt schön, viele aber auch bretthart. Vermutlich durch die Erlaubnis, mit Autos drauf zu fahren. Hat alles seine Vor- und Nachteile.

Die folgende Nacht verbringen wir ausnahmsweise auf dem Campingplatz Hafsten in Uddevalla. Ein gepflegter Platz mit Blick von fast allen Seiten auf Wasser. Gut ausgestattet mit Sauna und allem Pipapo.

Frisch geduscht geht es weiter auf die Schären-Inseln. Ein grandioses Stück Natur, wie wir feststellen. Andauernd halten wir an Aussichtspunkten an, stellen den Bulli ab, staunen über das klare Wasser, das an die runden Felsen klatscht.

Viele Badestellen an jeder Ecke. Parkplätze en masse. Wir wundern uns, wie ausgestorben es auf den Schären zugeht, Mitte August. Aber wir wollen uns nicht beschweren und düsen weiter in Richtung Smögen. Eine zauberhafte kleine Stadt mit einem wahnsinnig tollen Stellplatz an einer Brücke. Sonnenuntergang über dem Meer, dazu der Blick auf die gesamte Stadt. Hier kochen und übernachten wir. Geht man die Treppen am Parkplatz hinunter, entdeckt man mehrere Bänke und Tische. Ein paar hundert Meter weiter links am Hafen gibt es eine gepflegte öffentliche Toilette.

Auch wenn es schwer fällt, wir müssen weiter. Wie so oft halten wir nocheinmal an, und zwar in Hälleviksstrand. Hier gibt es eine schöne Badestelle, die wir auch tatsächlich ausgibig austesten. Und: Ja, das Wasser ist wirklich kalt. Aber die Luft warm, da geht das schon. Anschließend gehen wir duschen. Denn neben dem Parkplatz gibt es ein kleines rotes Häuschen mit WCs und Duschen. Sogar Waschmaschine und Trockner sind vorhanden. Wir sind mal wieder beeindruckt.

Mit einigen kleinen (kostenlosen) Fähren fahren wir weiter Richtung Göteborg. Denn heute Abend geht es rüber nach Dänemark. Die Fähre von Göteborg nach Frederikshavn braucht gute 3 Stunden und kostet weitere gut 130,00 Euro. Leicht unterschätzt… Aber es klappt alles reibungslos und ohne Hektik.

SKAGEN, BLOKHUS, KLITMÖLLER, HVIDE SANDE

Angekommen in Dänemark sausen wir durch den Abend bis fast nach Skagen. Denn wir entdecken ein kleines Schild, das den Weg Richtung Strand weist. Kanalvejen heißt die Straße. Wer sie bis zum Ende fährt, landet an einem Rondell. Zwei weitere Camper stehen hier schon, wir gesellen uns still dazu. Und auch hier machen wir sehr positive Erfahrung. Es gibt mal wieder eine saubere Toilette mit Waschbecken, Seife und Papier.

Am nächsten Tag gehts auf den Leuchtturm von Skagen, toben im Sand der Råbjerg Mile und dann weiter nach Rödhus Strand und Blokhus Strand. Am Strand liegen ist dort recht unbequem, weil der Sand von den vielen Autos festgefahren ist. Wohl dem, der Liegestühle dabei hat. Etwas weicher ist es bei den Dünen. In Rödhus Strand gefällt es uns so gut, dass wir am Strand übernachten wollen. Allerdings hindert uns ein Unimog mit großen Scheinwerfern daran, der über den Strand fegt. Wir vermuten, es ist ein Behördenfahrzeug und düsen los, bevor es Ärger gibt. Schade auch. Aber nur ein paar Kilometer weiter finden wir erneut einen muckeligen Parkplatz am Strand, mit sauberer Toilette etc. Wirklich erstaunlich, wie die das schaffen in Skandinavien.

Auf der Weiterreise schauen wir uns auch den Strand von Klitmöller an. Das kalte Hawaii wird der Ort ja unter anderem genannt, weil er ideale Bedingungen zum Wellenreiten bietet. Als wir kommen, gibt es natürlich keine Wellen. Der Strand an sich hat uns auch nicht sonderlich überzeugt, deshalb geht es weiter nach Hvide Sande, auf den Dünencampingplatz Nørre Lyngvig Camping. Immernoch top gepflegte Waschräume, gute Ausstattung, naturnah, einfach gut. Nur beim Abwaschbecken heißt es: Anstehen in der Hochsaison.

FAZIT:

Wir haben mit fast 1.900 Kilometern deutlich mehr Strecke abgerissen, als wir uns für eine Woche vorgenommen hatten. Stressig war es allerdings nicht. Das erste Mal Schweden hat uns super gefallen, vor allem die schönen und einfachen Stellmöglichkeiten, sauberen WCs überall und natürlich die Natur. Auch die Tage in Dänemark haben wieder Spaß gebracht. Wer die Ruhe sucht, der wird sie im Norden finden. Ganz ohne WoMo-Campingführer.

 

 

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