Slowenien und Kroatien im Frühling

Slowenien und Kroatien im Frühling

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Ein bisschen skeptisch waren wir schon. Wir lieben weiche Sandstrände. Aber Steinstrände wie in Kroatien? Ist das was für uns? Wir haben es getestet. Aber von vorne. Wir starten unsere Tour mit einer kurzen Fahrt durch Slowenien. Allein die Tour durch die Berge ist mega spannend. Slowenien besteht größtenteils aus Nationalparks und hat wunderschöne Berg- und Tallandschaften zu bieten.

Bovec ist unser Ziel. Ein kleines Dorf, das sich vor allem auf Outdooraktivitäten wie Raften, Wildwasserkajaken und Zipline spezialisiert hat. Der Ort liegt direkt an dem reißenden, türkisfarbenen Fluss Soca. Wir wählen das Camp Toni, ein Campingplatz für Outdoor-Liebhaber mit Feuerstellen an allen Ecken und gratis Feuerholz. Die Sanitäranlagen sind einfach aber sauber. Der Platz ist recht groß aber für die Vorsaison (Mitte Mai) schon sehr voll mit Zeltern und Campern, die größtenteils ihre eigenen Kajaks dabei haben. Die Rezeption ist sehr nett und familiengeführt. Sie organisiert uns in Handumdrehen die Aktivitäten für den nächsten Tag.

Wir buchen ein Kombipaket bei Zipline Slovenia für 81,00€ mit Zipline und Raften. Am nächsten Morgen werden wir wie vereinbart um 10 Uhr am Camp abgeholt, fahren einen schwindelerregenden Berg mit einen Jeep hoch und gehen dann 2 1/2 Stunden „Ziplinen“. Die Drähte sind zwischen sehr hohen Bergen angebracht und wir sausen fünf Mal in schwindelerregenden 150 Metern Höhe über die Baumwipfel hinweg. Auf einer Bahn sogar zusammen. Es macht mega Spaß und die Bahn ist professionell geführt.

Nach einer kleinen Pause werden wir zum Raften abgeholt. Nachdem wir mit Neopren eingekleidet wurden und eine kurze Einweisung zu den Kommandos bekommen haben, gehts auch schon los auf den reißenden Fluss. Wir raften mit drei Teams zweieinhalb Stunden über Stromschnellen der schönen Soca und können nebenbei die schöne Natur bewundern. Die Jungs von Zipline Slowenia sind ziemlich cool drauf und super nett. Wir sind zwar kaputt, aber dieses Kombiangebot ist sehr fair, vor allem wenn man nicht viel Zeit hat.

Als wir nachmittags zurück im Camp sind, regnet es leider. Wir entschließen uns zwei Stunden weiter zu fahren an die italienische Küste. Bei 25 Grad und Sonnenschein genießen wir unsere italienische Steinofenpizza im Camping Village Mare Pineta. Toller Platz, allerdings kein Strand und durch eine nahe gelegene Straße nicht ganz so ruhig.

Am nächsten Tag gehts weiter nach Kroatien. Erste Station ist die Insel mit dem unaussprechlichen Namen Krk. Die Insel erreicht man über eine große Brücke, die nur 4,70€ für die Hin- und Rückfahrt kostet. Wir fahren ganz ans Ende der Insel zum Ort Baška. Das Camping Zablaće liegt direkt an der schönen Bucht von Baška fußläufig zum Ort, der sehr touristisch aber schön zum Bummeln und Essen gehen ist. Die Rezeption liegt etwas verwirrend noch vor dem eigentlichem Campingplatz auf der rechten Seite. Wir zahlen 37€/Nacht auf den schönsten Stellplätzen. Etwas teuer für die Nebensaison, dafür stehen wir direkt am Strand mit Meerblick und die Sanitäranlagen sind top ausgestattet und sauber. Leider handelt es sich wie bei vielen kroatischen Stränden um einen Kiesstrand, der aber trotzdem sehr schön ist vor allem weil das Wasser schön türkis und klar schillert.

Campingplatz Krk
Camping Zablaće auf Krk. Chillen am Kiesstrand

Nach ein paar Tagen fängt es auch in Kroatien an zu regnen, also hauen wir ab nach Split ohne uns vorher noch mehr von Krk anschauen zu können. Es regnet einfach durch, deshalb fahren wir zum Shopping in die Mall of Split in der es alle Läden gibt, die das Herz begehrt. Wir entscheiden uns für den Campingplatz Stobreč. Begeistert sind wir nicht. Wohnmobil an Wohnmobil steht hier. Die Sanitäranlagen sind super. Es sollte auch eine neue Wellnessanlage geben, leider ist diese noch nicht fertig, als wir da sind. Auch der Strand sieht nicht einladend aus, weil er noch nicht fertig aufgeschüttet ist. Zudem ist auf den hinteren Plätzen die Straße recht laut. Wir zahlen 30,00€ und verstehen nicht warum der Platz fast komplett ausgebucht ist. Einziger Pluspunkt ist die gute Busanbindung nach Split.

Wir fahren weiter nach Omis und wollen am schönen Fluss entlang in die Berge fahren, leider ist sie gesperrt. Deshalb gehts weiter zum Auto Kamp Sirena. Er bietet super schöne Stellplätze mit Blick aufs Meer, die in kleinen Terrassen angelegt sind. Wir besuchen nichtsahnend das Campingplatzrestaurant, da es regnet und wir vor dem Bulli nicht kochen können. Es ist familiengeführt und entpuppt sich als Erlebnisgastronomie. Nach unserem Essen würfeln wir um selbstgebranntem Schnaps, jeder bekommt ein Musikinstrumente in die Hand gedrückt und es wird gesungen und auf den Tischen getanzt. Die Sanitäranlagen sind einfach aber sehr sauber, da die Putzfrau den ganzen Tag über vor Ort ist. Den nächsten Tag haben wir wieder Glück mit dem Wetter und genießen die Sonne am schönen einsamen Strand direkt am Camp.

Wir fahren nachmittags weiter auf die Autobahn in Richtung Primosten, dafür gehts erst ein Stück nach Makaraska, eine mega Küstenstraße mit tollen Ausblicken auf die Fels- und Küstenlandschaft. Das Autokamp Adriatiq haben wir uns ausgesucht. Ein Platz, auf dem es kaum Sonnenplätze gibt, dafür aber schöne Stellplätze direkt am Meer. Er bietet neue, moderne Sanitäranlagen, dafür ist der Campingplatz mit 20,00€ sehr günstig. Wir gehen abends in die Stadt. Ein 35minütiger Spaziergang an der Straße entlang. Primosten ist eine schöne, sehenswerte Hafenstadt zum Bummeln und Essen, allein deshalb hat sich der Weg gelohnt.

Unsere Tour führt uns jetzt zum Krka Nationalpark. Der Eingang liegt bei Lozovac. Er kostet 16,00€ Eintritt pro Person und bietet Ausblicke auf viele kleine und größere Wasserfälle und einen Holzweg durch den Park und über das Wasser. Der Park ist positiv ausgedrückt: Sehr gut besucht. Man kann entweder allein zu Fuß laufen oder mit einem Busshuttle zum Park gebracht werden. Wir haben beides probiert, wobei der Busweg schönere Aussichten auf den Park zu bieten hat. Die Wasserfälle sind beeindruckend und ein Besuch lohnt sich, wenn man ihn vor den Plitvicer Seen macht, da diese doch noch um einiges atemberaubender sind.

Nach ca. eineinhalb Stunden Fahrt finden wir das kleine Camp Miočić in Rtina kurz vor der Überfahrt zur Insel Pag. Ein toller, familiengeführter Campingplatz mit schönen Stellplätzen mit Blick aufs Meer. Sehr sonnig mit kleinem Kiesstrand und Minihafen, in dem Fischerboote liegen. Die Sanitäranlagen sind modern und sauber und abends steht der Hausherr persönlich am Grill, um uns frischen Fisch zuzubereiten. Von hier aus sieht man romantische Sonnenuntergänge und kann die Ruhe genießen.

Nun haben wir uns die Plitvicer Seen als nächstes Ziel gesetzt. Wir fahren entspannt los, sodass wir erst nachmittags bei den Seen ankommen. In Internetforen haben wir gelesen, dass man entweder sehr früh hingehen sollte oder erst zum Nachmittag, um die Touristenschwärme etwas zu umgehen. Wir sind ja in der Nebensaison unterwegs und entscheiden uns für die 2. Variante, da vormittags Regen angesagt ist und wir nicht fürs Frühaufstehen im Urlaub gemacht sind. Eine gute Entscheidung. Wir kaufen unser Ticket 14.05 Uhr und zahlen nur noch 30% des Eintrittspreises.

Als wir ankommen, ist es noch sehr voll – und das ist den Nebensaison. Damit hätten wir nicht gerechnet. Busseweise werden Touristen mit Selfie Sticks in der Hand angekarrt. Teilweise schieben wir uns die Holzstege entlang, zumindest an der Hauptroute mit den größten Wasserfällen. Trotzdem ist es imposant zu sehen. Wir entscheiden uns, noch die große Tour zu machen. Dafür fahren wir mit einem kleinen Schiff und einer Bimmelbahn zu entfernteren Seeebenen und laufen entspannt zurück. Hier ist es richtig schön ruhig und es sind nur wenige Menschen zu sehen. Wir genießen die Ruhe und das Plätschern der wundervoll funkelnden Wasserfälle. Im Sonnenuntergang richtig romantisch. Einziges Manko: Das Türkis des Wassers kommt nicht mehr so zur Geltung, weil die Sonne dafür zu tief steht. Wir nehmen eines der letzten Schiffe zurück zum Parkplatz und steuern den nahegelegenen Campingplatz Korana an. Hier kochen wir entspannt und genießen den Blick in die Berge.

Die nächsten Tage wird es immer kälter und Dauerregen ist angesagt, also entscheiden wir uns früh morgens unseren Urlaub drei Tage früher als geplant abzubrechen und in unsere Heimat an die Ostsee zu fahren, da dort das Wetter seit Wochen konstant sonnig ist. Super Sommer 2018 eben. Ein bisschen Pech mit dem Wetter hatten wir schon, aber mit dem Bulli ist man ja zum Glück flexibel und kann dem schönen Wetter spontan entgegen fahren.

Fazit: Slowenien und Kroatien haben uns sehr gut gefallen. Als absolute Strandmenschen sind wir allerdings nicht so 100% glücklich geworden. Zwar ist das Wasser glasklar und die Strände sauber. Aber langes rumliegen geht eigentlich nur auf Stühlen oder Lamzacs.

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