Neuseeland – Mit Video

Neuseeland – Mit Video

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Wir haben den Winter verkürzt. Vier Wochen in Neuseeland, natürlich mit einem Campervan. Ein Toyota Hiace. Kein Rennpferd, aber er hat uns in schwankenden Bewegungen über die Nord- und die Südinsel dieses fantastischen Landes getragen.

DIE VORBEREITUNGEN

Wir buchen unsere Reise im August und sind damit wahnsinnig spät dran. Die beste Reisezeit für Neuseeland ist von Dezember bis März. Dann ist Sommer bei den Kiwis. Und das haben offensichtlich auch andere Urlauber herausgefunden, denn die Auswahl an noch verfügbaren Vans ist im August bereits klein. Über den Weltwunderer-Blog werden wir auf die deutsche Vermietung „Wendekreisen“ aufmerksam. Doch leider sind nur noch große Wohnmobile verfügbar. Zu teuer für uns. Insgesamt haben wir für Flüge, Camper, Ausflüge und Lebensmittel ca. 3.500 Euro pro Person für vier Wochen Urlaub eingeplant.

Bei der Firma Adventiv Ltd. Haben wir mehr Glück. Adventiv ist ein von deutschen Auswanderern gegründetes Unternehmen, das eigene Vans vermietet aber auch vermittelt. Ulf ist unser Mann. Auch wenn er selbst keinen Wagen mehr hat, hilft er uns einen zu finden – und zwar bei Kiwi Campers. Ein Toyota Hiace mit Hochdach, Gasherd, Waschbecken mit Warmwasser, Doppelbett, vier Rädern und einem Lenkrad auf der falschen Seite. Den nehmen wir.

DIE ROUTE

ABFLUG ZUM LAND DER LANGEN WEISSEN WOLKE

Am 9.12.2015 starten wir von Hamburg aus in Richtung Sommer. Wir fliegen mit Korean Air. Eine Entscheidung zunächst aus Kostengründen. Die Mitbewerber haben für die gleiche Leistung mehrere hundert Euro mehr verlangt. Doch wir sind sehr zufrieden. Zwei europäische und ein asiatisches Gericht zur Auswahl, Hausschuhe für den Flug, Zahnbürste und co. – alles bestens. Mehr als 26 Stunden sind wir unterwegs. Hamburg – Paris – Seoul – Auckland. Ein strammes Programm mit nur einer Stunde Aufenthalt in Südkorea. Aber dank Reisetablette schlafen wir einigermaßen gut und kommen voller Vorfreude in Neuseeland an.

„Welcome to the land of the long white cloud“, begrüßt uns der Busfahrer auf der Fahrt zum Hotel. Er ist Māori, stammt von den Ureinwohnern Neuseelands ab. Und seine Vorfahren haben Neuseeland frei übersetzt „Das Land der langen weißen Wolke“ genannt, treffender geht es wohl kaum. Denn genau diese lange weiße Wolke hat sich an unserem Ankunftstag am Himmel festgesetzt. Und wird uns auch in den kommenden Wochen immer mal wieder begleiten.

Die erste Nacht verbringen wir im Hotel, ausschlafen, die Vorteile einer warmen Dusche noch mal genießen und dann geht es zur Campervermietung. Yo-Han ist unser Discount-Taxi-Fahrer. Er kommt aus Südkorea und weiß nur zu gut, wie ungewohnt es für uns sein wird, verkehrt herum Auto zu fahren. Deshalb lässt er uns in jeder Gesprächspause wissen: „And remember, always drive left!“. Soweit zur Theorie. Es wird Zeit für die Praxis.

Bei Kiwi Campers wartet Molly bereits auf uns. Molly ist eine – der Name lässt es erahnen – nicht gerade zerbrechlich wirkende Frau, die den Laden schmeißt. Und das in typisch neuseeländischer Ruhe. Und so dauert es eine ganze Weile, bis wir endlich in unser rollendes Heim einziehen dürfen. Ein paar Unterschriften, eine kurze Einweisung in die Technik und dann geht’s los. Konzentration beim ersten Abbiegen. „Always drive left“, ja ja, aber wer ahnt denn, dass Blinker und Scheibenwischer auch vertauscht sind? Mit knarzendem Scheibenwischer rollen wir auf einen Supermarktparkplatz. Proviant für die nächsten Tage kaufen und ein wenig Grundausstattung wie Salz, Pfeffer und Spüli.

ERSTE FAHRT IM LINKSVERKEHR

Nun wird es ernst. Es geht mit dem Campervan durch den Großstadt-Verkehr von Auckland. Dann auf die Autobahn Richtung Leigh. Im Norden von diesem kleinen Ort liegt das Goat Island Marine Reserve. Ein Meeresschutzgebiet, das insbesondere bei Tauchern sehr beliebt ist. Wir verbringen ein paar Stunden am Strand, halten allerdings nur die Füße in das doch ziemlich kalte Wasser. Hungrig geht es bei einsetzender Dämmerung zurück zum Camper, der auf einem Parkplatz oberhalb des Strandes steht. Wir drehen das Gas auf und fangen an zu kochen. Nudeln mit Pesto-Sahne-Soße, Gemüse und Cabanossi. Noch während das Wasser kocht taucht plötzlich eine Frau auf. Sie spricht uns an und gibt uns zu verstehen, dass wir hier über Nacht nicht bleiben können. Noch bevor wir uns rechtfertigen können holt sie allerdings ein Prospekt aus ihrer Tasche, eine Übersichtskarte der Region. Sie sagt, dass wir nur wenige Kilometer weiter kostenlos an einer wunderschönen Bucht stehen können und wünscht uns viel Spaß. Wir sind verdutzt. Die Frau wollte uns also gar nicht anmeckern, sondern nur einen guten Tipp geben. Wir nehmen ihn dankbar an und verbringen die erste Nacht genau an besagter Bucht.

IHH, DAS STINKT!

Der nächste Morgen beginnt mit weniger guter Laune. Draußen regnet es, drinnen müffelt es. Die Bettdecken und Laken haben offenbar durch die Feuchtigkeit einen äußerst unangenehmen Duft angenommen. Irgendwie modrig. Schweißig. Muffig. Der Geruch hängt überall drin, sodass wir uns entscheiden zum nächsten Warehouse zu fahren. Ein Kaufhaus, in dem man fast alles bekommt. Wir kaufen neue Bettdecken, Kissen, Laken, und einen Schaumstoff-Matratzentopper. Irgendwie spießig, aber mehr als drei Wochen in einem stinkenden Bett, nein danke.

Tāne Mahuta - Ein riesen Kauribaum
Tāne Mahuta – Ein riesen Kauribaum

Gut gelaunt ziehen wir weiter in Richtung Westküste der Nordinsel. Ziel ist der Waipoua Kauri Forest. Schon auf dem Weg dorthin kommen wir aus dem Staunen kaum heraus. Die Vielfalt der Natur ist überragend. Am Straßenrand wachsen riesige bunte Blumensträuße, Palmen, Nadelbäume und natürlich Silberfarn. Neuseelands Nationalpflanze. Die Berge sind eigenartig rund geformt. Durch das extrem grüne Grün wirkt die Landschaft fast unwirklich. So wie bei den Teletubbies. Oder eben wie bei den Hobbits, der Vergleich musste ja irgendwann kommen.

RIESEN-BÄUME IM URWALD

Nach einer kurvenreichen Fahrt durch grünen Urwald kommen wir an, am Tāne Mahuta. Der „Herr des Waldes“ ist der größte bekannte Kauribaum in Neuseeland. Mehr als 50 Meter hoch, ein Durchmesser von viereinhalb Metern. Ein beeindruckendes Stück Holz.

Unsere Weiterfahrt Richtung Norden wird ständig unterbrochen, weil wir anhalten und innehalten müssen. Aber wir müssen Strecke machen, sonst reicht die Zeit nicht. Denn am Abend schon wollen wir wieder an der Ostküste sein, in Haruru. An den Haruru Falls haben sich mehrere Campingplätze angesiedelt. Da wir Strom brauchen, um Akkus zu laden und Lust auf eine Dusche verspüren, entscheiden wir uns gleich für den ersten Platz, der von anderen Campern in der „CamperMate-App“ empfohlen wurde. Der Besitzer empfängt uns freundlich und reichlich beschwippst. Wir schlafen wunderbar.

BAY OF ISLANDS

Am nächsten Tag geht es weiter zur Bay of Islands, die so schön ist, wie ihr Name klingt. Eine Vielzahl von zerklüfteten Inselchen im türkisfarbenen Meer. Hin- und wieder begegnen uns Tsunami-Warnschilder am Straßenrand. Die Schönheit dieser Landschaft hat auch die Tourismus-Branche erkannt, weshalb es in der Bay of Islands auch recht rummelig zugeht. Wir verlassen die Gegend deshalb auch recht zügig, bestaunen die Whangarei Falls und vor allem die Waipu Caves.

GLÜHWÜRMCHEN-HÖHLE

In dieser Höhlenwelt lebt ein beeindruckendes Insekt. Arachnocampa luminosa, eine Pilzmücke. Andere sagen, Glühwürmchen, nicht aber zu verwechseln mit den auch in Deutschland heimischen Leuchtkäfern. In die Waipu Caves gehen wir, anders als in anderen Attraktionen dieser Art, völlig allein – ohne einen Führer und ohne Eintritt. Es ist dermaßen dunkel, dass unsere kleine LED-Taschenlampe auch kaum eine Hilfe ist. Macht aber nichts, denn die Magie dieses Ortes liegt im neon-grünen Strahlen dieser Glühwürmchen, die zu Tausenden an dünnen Fäden von der Decke hängen. Rund zwei Kilometer soll man in die Tropfsteinhöhle hineinklettern können, uns reichen einige hundert Meter vollkommen aus. Auf dem Rückweg bestaunen wir noch die Hobbit-Hügel im Licht der sinkenden Sonne.

Landschaft nahe der Waipu Caves
Landschaft nahe der Waipu Caves

Die Nacht verbringen wir mit einigen anderen Campern auf einem Strandparkplatz in Snells Beach. Zum Frühstück gibt es Pfannkuchen aus der Schüttelflasche und im Anschluss eine kalte Stranddusche. Der Strand an diesem Ort ist so schön, dass selbst der Fahrer des Müllwagens kurz aussteigt, sich hinsetzt und eine Dose öffnet. Es war bestimmt alkoholfreies Bier.

Sonnenuntergang auf der Coromandel-Halbinsel
Sonnenuntergang auf der Coromandel-Halbinsel

COROMANDEL-HALBINSEL

Wir ziehen weiter in Richtung Süden. Es geht auf die Coromandel-Halbinsel. Eine wirklich abenteuerliche Fahrt auf einer wahnsinnig engen und kurvigen Straße entlang der Küste führt uns in den 1000-Seelen-Ort, der der Region ihren Namen verliehen hat. Dort ist es so trist, dass wir nur einen Tankstopp einlegen und weiterdüsen zu einem der schönsten Übernachtungsplätze der Reise. Zwischen Rings Beach und Kuaotunu liegt er direkt zwischen Meer und Straße. Wir kommen genau rechtzeitig um das Licht der untergehenden Sonne zwischen Bergen und Wasser aufzusaugen. Die ruhige Nacht wird um 6.15 Uhr durch ein kräftiges Klopfen an der Schiebetür unseres Vans unterbrochen. Ein Ranger will nachhaken, warum wir keinen blauen sondern einen grünes „Self-Contained-Camper“-Sticker am Heck kleben haben. Diese Sticker sind notwenig, um in Neuseeland frei stehen zu dürfen. Es müssen also Wasser, Abwasser und eine Toilette an Bord sein. Wir können die Frage nicht beantworten, dürfen aber stehen bleiben und weiterschlafen.

HEISSES WASSER FOR FREE

Ein ziemlich abgefahrener Strand liegt etwas weiter südlich auf der Coromandel-Halbinsel, der Hot Water Beach. An einem kleinen Strandabschnitt kommt tatsächlich mehr als 60 Grad heißes Wasser an die Erdoberfläche. Bei Ebbe strömen Touristen zu hunderten dorthin, um sich ihren eigenen Whirlpool zu buddeln. Wir machen mit und verbrühen uns fast die Füße, so heiß ist das Wasser. Hier merken wir zum ersten Mal sehr deutlich, dass die Erde unter Neuseeland brodelt.

DAMPFENDE LANDSCHAFT

Mit roten Füßen geht es zurück in den Camper, wir müssen vorankommen. Es geht an Rotorua vorbei zum Waimangu Volcanic Valley. Eine der wenigen Touristen-Attraktionen, für die wir Geld zahlen, doch die 37,00 Dollar pro Person sind gut investiert. Rund zwei Stunden lang laufen wir an dampfenden Erdlöchern, heißen Schwefelseen und Geysiren vorbei. Der unangenehme Geruch stört beim Anblick dieses Natur-Chemie-Kastens nur wenig. Die anschließende Übernachtung auf dem Campingplatz „Waikite Valley Thermal Pools“ macht den Tag perfekt. Denn hier wird heißes Quellwasser aufbereitet und in Naturpools geleitet, für Camper gratis.

MARIENKÄFER, ÜBERALL MARIENKÄFER

Nach dem Ausflug ins beeindruckende Binnenland zieht es uns wieder an die Küste. Auf dem Weg nach Porangahau schauen wir uns noch einige Attraktionen wie die Huka Falls an, sind dann aber auch froh, beinahe allein in der Natur zu sein. Zwei weitere Vans sind mit uns auf dem Natur-Stellplatz hinter den Dünen. Wie so oft sind es Deutsche. Unser Versuch, entspannt am Strand zu liegen scheitert leider. Tausende Marienkäfer halten es für eine gute Idee, sich auf uns zu setzen. In der Nacht setzt dann auch noch Starkwind ein, der unseren Campervan ziemlich durchschüttelt.

SEELÖWEN GANZ NAH

Einen Tag vor Weihnachten zieht es uns an den südlichsten Punkt der Nordinsel, das Cape Palliser. Der Weg zum dortigen Leuchtturm ist alles andere als gemütlich. Es geht mal wieder über eine schmale Küstenstraße, die zu einem Großteil nicht mehr ist als eine Schotterpiste. Viele Surfer nutzen die riesigen Wellen, die in der Region brechen. Aber die Surfer in ihren Neopren-Anzügen sind nicht die einzigen schwarzen Punkte im Wasser. Sie teilen sich das Wasser mit einer großen Seehund-Kolonie (siehe Video). Die seltenen Tiere liegen ganz nah an der Straße und erholen sich auf den Felsen vom anstrengenden Fischfang. Ganz in der Nähe übernachten wir auf einem direkt an der Küste gelegenen Stellplatz. Besser geht es nicht.

FILET WELLINGTON IN WELLINGTON

Heiligabend verbringen wir in Neuseelands Hauptstadt Wellington. Nach einem kurzen Bummel in der Stadt und im neuseeländischen Nationalmuseum gönnen wir uns zur Feier des Tages ein feines Filet Wellington. Rinderfilet in Blätterteig, ein Traum. Danach geht es zügig ins Bett, denn gleich morgens geht es weiter auf die Südinsel.

MIT DER FÄHRE VON WELLINGTON NACH PICTON

Schon um 8.15 Uhr legen wir ab mit der Fähre von Wellington nach Picton. Wir haben Glück, denn der Pazifik meint es heute gut mit uns, das Wasser ist ruhig und so können wir sogar Delfine und einen Hai neben dem Schiff beobachten. Es geht durch spektakuläre Fjorde an traumhaften Buchten vorbei, bis wir den Norden der Südinsel erreichen. Auftanken und ab auf den „Queen Charlotte Drive“. Eine der wohl schönsten Straßen, die wir je gesehen haben. Hinter jeder Kurve lohnt es sich anzuhalten und den Ausblick auf das kristallklare Wasser und die Marlborough Sounds zu genießen. Wir kommen also sehr langsam voran. In Mapua übernachten wir auf einer riesigen Wiese am Wasser, nur zwei weitere Camper stehen hier mit ihren umgebauten Reisebussen. Wie an fast allen freien Stellplätzen gibt es auch hier saubere Toiletten.

Bucht am Queen Charlotte Drive nahe Mapua
Bucht am Queen Charlotte Drive nahe Mapua

ABEL TASMAN NATIONAL PARK

Gut erholt brechen wir auf in den Abel-Tasman-Nationalpark nach Kaiteriteri. In einigen TV-Dokus hatten wir gesehen, dass man hier vorzüglich Kayak fahren kann. Nur von den Preisen hatte niemand berichtet. 60,00 Dollar pro Person für vier Stunden Kayak fahren oder knapp 40,00 Dollar pro Person für ein Wassertaxi in die nächste Bucht sollen fällig werden. Wir entscheiden uns dagegen und fahren mit dem Auto ein paar Kilometer weiter und freuen uns ein wenig, dass wir so geizig waren. Denn in der windgeschützten Bucht von Kaiteriteri war nicht zu erahnen, dass diejenigen mit Paddelboot weiter draußen kaum von der Stelle kommen konnten, durch den starken Gegenwind. Unseren kleinen Triumph feiern wir am Abend an einem Stellplatz an der Uruwhenua Bridge. Ganz idyllisch gelegen an einem Flussbett im Grünen. Allerdings werden wir, bzw. unser Camper von riesigen Brummern attackiert. Spielzeuggroße Insekten, die wie benebelt immer wieder gegen das Auto fliegen. Da wir gehört haben, dass es in Neuseeland keine giftigen Insekten geben soll, versuchen wir die Viecher zu ignorieren, was durch den verursachten Lärm allerdings schwer fällt. Klong.

SCHWIMMEN MIT DELFINEN?

Die kommenden Tage verbringen wir viel am Strand, ziehen langsam weiter in Richtung Süden um in Akaroa mit Delfinen schwimmen zu gehen. Solche „Swimming with Dolphins“-Touren gibt es auch im etwas weiter nördlichen Keikoura, dort waren sie allerdings Wochen vorher nicht mehr verfügbar. Also Plan B. Wir werden von dem Anbieter mit Neoprenanzügen und Taucherbrillen ausgestattet, dann geht es auf ein Motorboot und hinaus aufs Wasser. Der Wellengang ist heftig, für eine junge Frau hinten im Boot trotz Tablette so heftig, dass sie ihr Frühstück mit den Fischen teilt. Die Besatzung sucht währenddessen nach Hector-Delfinen. Diese weltweit kleinsten Wale leben ausschließlich um die Südinsel Neuseelands. Doch heute lassen sich nur wenige von ihnen Blicken. Wir starten drei Anläufe, springen ins Wasser und hoffen, dass die Delfine Lust haben, uns kennenzulernen. Haben sie aber nicht. Etwas enttäuscht werden wir zurück an Land gebracht, bekommen aber rund ein Drittel der gezahlten 155,00 Dollar pro Person zurück. Ein Teil des gezahlten Geldes geht an Delfinschutz-Projekte. Also immerhin etwas für den guten Zweck getan.

SILVESTER IN CHRISTCHURCH

Für den Jahreswechsel bevorzugen wir einen Ort, an dem etwas los sein könnte. Also fahren wir nach Christchurch und treffen Freunde, die gerade auf ihrer Hochzeitsreise sind. Wir essen in ihrem Hostel und landen anschließend in einem Irish Pub. Insgesamt ist der Jahreswechsel eher unaufgeregt, ohne Feuerwerk und Böller, dafür aber mit der Gewissheit, als erste im neuen Jahr angekommen zu sein. Die Zeitverschiebung macht es möglich. Christchurch selbst ist nach dem schweren Erdbeben vor fünf Jahren noch lange nicht wieder aufgebaut. Zerstörte Häuser an allen Ecken, Baustellen, Geisterstraßen. Irgendwie unheimlich und beeindruckend zu gleich.

ÜBERNACHTEN AM GLETSCHERSEE

Die nächste Etappe führt uns wieder durch das Binnenland zum Lake Tekapo und dem nahe gelegenen Lake Pukaki. Die beiden Gletscher-Seen leuchten in der Sonne tief türkis. In der Region erhoffen wir uns einen Mega-Sternenhimmel. Denn künstliches Licht gibt es so gut wie keines, außerdem soll das Ozonloch für einen noch klareren Blick sorgen. Doch vorher muss die Sonne untergehen. Und das tut sie, während wir mit unserem Camper ein schönes Fleckchen Erde am Lake Pukaki besetzen. Nach und nach wird der höchste Berg Neuseelands, Mount Cook (3754 m) in ein immer dunkler werdendes rot getaucht. Wir wissen gar nicht, wohin wir gucken sollen, so überwältigend ist das Farbenspiel. Doch dann auf einmal ziehen Wolken auf. Der ersehnte Sternenhimmel bleibt uns verborgen.

PINGUINE IN klein und GROSS

Nicht aber die Pinguine, die auf der Ostseite der Südinsel leben. Nahe Moeraki am Katiki Point Lighthouse lebt eine Kolonie von Gelbaugenpinguinen. Über eine Schotterpiste gelangen wir dorthin. Und tatsächlich, hinter einem hüfthohen Zaun watscheln tatsächlich einige dieser seltenen Vögel. Sogar Jungtiere bekommen wir in freier Wildbahn zu sehen. Eine weitere Pinguinart, die Zwergpinguine, bekommen wir außerdem in Oamaru zu sehen. Dort kommen die Tiere jeden Abend bei Dämmerung aus dem Wasser gelaufen, beschützt von freiwilligen Helfern, die dafür sorgen, dass kein Tourist mit Blitzlicht fotografiert oder zu nahe an die Mini-Pinguine herangeht. Die Nacht verbringen wir auf einem kleinen Campingplatz am Hafen, direkt hinter dem Camper hat eine Pinguin-Familie ihr Nest. Hören können wir sie aber nicht, weil wir zum ersten Mal den Heizlüfter benutzen müssen. Sieben Grad sind doch recht frisch mit Sommerdecken.

AB NACH HAUSE

Nach einer weiteren Nacht in Christchurch heißt es: Saubermachen. Der Campervan muss zurück zur Vermietung, die ihren Stützpunkt auf der Südinsel in Christchurch hat. Wir putzen den Van, packen unsere Sachen zusammen und geben den Wagen ab, nicht ohne zu erwähnen, dass wir komplett neue Bettsachen gekauft haben. Kiwi Campers erstattet uns das Geld dafür anstandslos. Wir werden zum Flughafen gebracht und fliegen zurück nach Auckland und von dort aus wieder zurück nach Deutschland.

FAZIT

Neuseeland ist der Wahnsinn. Das Land bietet so viele Möglichkeiten an den schönsten Stellen frei zu stehen. Dazu fast immer ordentliche Toiletten, nicht ganz unwichtig bei kleinen Campern mit Porta Potti. Die Menschen sind fast ausnahmslos völlig entspannt und freundlich auf uns zugekommen. Die Natur, die Tierwelt, all das hat uns sehr beeindruckt. Das Wetter hat zwar seine Launen, wer aber damit klar kommt, der wird eine großartige Zeit in diesem Land auf der anderen Seite der Welt haben.

 

 

 

 

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8 Antworten

  1. Das ist bestimmt sehr schön mit dem Bulli unterwegs zu sein. Die Hunde noch dazu und perfekt ist die Reise :).

  2. Hey Astrid, danke! Wir waren jeweils knapp zwei Wochen unterwegs auf der Nord- und Südinsel. Knappe Kiste, aber so oft kommt man ja auch nicht hin…

  3. Astrid

    Hallo Hauke,

    spannender Bericht. Plane gerade ebenfalls einen Neuseelandtrip. Wie lang wart ihr auf der Nordinsel unterwegs?

    VG

  4. Hauke Bülow

    Hey Tina, Dankeschön! Jap, hatte eine Drohne mit 🙂

  5. Hallo Hauke, toller Reisebericht, danke! Auch das Video gefällt mir sehr, wirkt sehr professionell. Wie hast Du die tollen Luftaufnahmen gemacht? Drohne? VG Tina

  6. Vielen Dank für deine Informationen, diese sind sehr hilfreich. Wir möchten Grössenordnung anfangs März 17 starten, geplant sind 4 Wochen. Lg

  7. Hey Hans,

    im Allgemeinen waren wir zufrieden mit dem Camper. Er war super ausgestattet, was Töpfe, Teller etc. angeht. Campingstühle waren nicht der Hit und der Tisch auch nicht, aber was solls. Das Auto ist gut gefahren, wenn auch recht untermotorisiert für manche Strecke. Eine Dusche hatten wir nicht. Aber der Wasserhahn ließ sich ausziehen und so konnten wir draußen neben der Schiebetür duschen. Wasser war ja warm. Ansonsten haben wir über Apps wie Campermate immer Duschen gefunden. Wann soll es denn losgehen bei euch? LG, Hauke

  8. Servus Hauke
    Wart ihr zufrieden mit dem Camper im Allgemeinen? Hattet ihr eine Dusche?
    Vielen Dank im Voraus für die Rückmeldung.
    Grüsse aus der Schweiz

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