Mit dem Bulli im Beach Motel

Mit dem Bulli im Beach Motel

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Winter-Wellness einmal anders: Im Beach Motel in Sankt Peter-Ording können Bullitour-isten in ihren eigenen Autos schlafen und trotzdem das gesamte Hotel nutzen – für maximal 25,00 Euro pro Nacht inkl. Strom und Wasser. Lohnt sich das? Ja, das lohnt sich – auch im Februar. Ein etwas ausführlicherer Bericht.

BEACH MOTEL SANKT PETER-ORDING

Das Beach Motel hat 2013 eröffnet und setzt das Surfer-Strand-Sommer-Image bis ins letzte Detail konsequent durch. So werden Gäste mit den „Beach House Rules“ schon im Eingangsbereich vertraut gemacht. „Shoes are optional, Soak up the sun, Get your feet wet“, um nur einige zu nennen. Und tatsächlich: Mittags im Bademantel und Flip Flops im Hotel-Restaurant Dii:ke Platz zu nehmen, ist kein Problem. Lässigkeit steht über allem.

BULLI-PLÄTZE VOR DEM MOTEL – ENTSPANNEN IM MOTEL

Das ist ein bislang – soweit ich weiß – ein einmaliges Konzept. Für Bulli-Fahrer stehen vor dem Hotel sieben Stellplätze zur Verfügung. Das Beach Motel wirbt mit Preisen von 10,00 Euro bis 25,00 Euro pro Nacht und Stellplatz. Wobei das 10,00-Euro-Angebot laut Rezeption wohl nur in der absoluten Nebensaison von November bis Januar gilt.

Was man dafür bekommt? Einen Stellplatz der nicht größer ist, als ein gewöhnlicher Parkplatz. Dafür allerdings tragen sie so dekorative Namen, wie: „Surfer’s Paradise“ oder „Dream Spot“. Markise ausfahren oder die Campingstühle rausstellen geht nicht. Leider sind die Plätze auch nicht ganz eben, sodass empfindliche Schläfer Auffahrkeile dabei haben sollten.

Dafür gibt es Strom und im Sommer auch einen Wasseranschluss. Praktisch, denn wir setzen im Winter nicht auf die eingebaute Standheizung (Geräuschkulisse und trockene Luft) sondern auf einen Ölradiator aus dem Baumarkt. Damit ist Campen bei 0 Grad selbst für Frostbeulen gar kein Problem. Außerdem bekommen die Bulli-Fahrer einen Schlüssel für Duschen, Toiletten und einen Trockenraum samt Waschmaschine und Trockner. Bei schlechtem Wetter kann man sich hervorragend im Lobby-Bereich des Hotels oder an der Bar aufhalten. Dort stehen Stühle, Sessel und sogar ein paar Matratzen zum rumfletzen bereit.

 

Auf den Fernsehern an der Wand laufen Surf-Videos. Es gibt aber auch eine Art Game-Center mit Konsolenspielen, Kicker, Flipper und Fußball-Übertragungen, falls das Wetter mal mistig ist.

WELLNESS, RESTAURANT UND FRÜHSTÜCK

Der Wellness-Bereich des Hotels ist, wie der Rest des Hotels auch, mit vielen Holz-Möbeln im Shabby-Look gestaltet. Durch die vielen hippen Werbepartner des Hotels (Mini, Fritz Cola, Fatboy u.a.) wirkt es manchmal ein bisschen so, wie ein Einrichtungshaus. Die Markennamen an fast allen Möbeln sind offensichtlich, aber nicht störend. Drei Saunen gibt es: Eine Biosauna, eine finnische Saune sowie ein Dampfbad. Dazu Tee und Wasser for free. Einen Pool oder Whirlpool gibt es nicht. Dafür aber Whirlpool-Badewannen, die extra kosten und vorab gebucht werden sollten. Besonders angenehm ist die Musikberieselung im SPA-Bereich. Keine Walgesänge mit chinesischen Klängen wie oft üblich, sondern moderne, chillige Singer-Songwriter-Musik.

Das Restaurant Dii:ke ist ganz offensichtlich kein Geheimtipp. Nicht nur Hotelbesucher reservieren sich dort ihre Tische, sondern auch andere SPO-Besucher. Deshalb ist es nicht ganz einfach, einen freien Tisch zu bekommen. Muss man auch gar nicht, denn Pizza- und Pasta-Gerichte gibt es auch zum Mitnehmen in die Lobby. Dort ist es sogar etwas leiser, insofern kein Problem. Die Zubereitung dauert keine zehn Minuten, selbst bei Hochbetrieb. Respekt. Die Karte ist ausgefallen mit leckeren Gerichten. So hatten wir mittags eine Süßkartoffel-Kokos-Suppe mit Chorizo. Abends Nudeln mit Kürbis-Rahmsoße, kandierten Walnüssen und Fenchel-Salami und Pizza mit Rinderfilet, Rucola, Parmesan und Koriander. Großartig. Kostenpunkt ca. zwischen 12,00 Euro und 15,00 Euro.

Das Frühstück im Beach Motel ist seine 10,90 Euro wirklich wert. Kaffee, Kakao, Tee und Säfte sind inklusive. Dazu Vollkorn- und Weizenbrötchen, Croissants oder Berliner, jede Menge Aufschnitt, Marmeladen, Joghurts, Rührei etc. Da bleibt kein Wunsch offen – das ist wirklich fair.

BIIKEBRENNEN – Wir vertreiben den Winter

Das traditionelle Biikebrennen ist – glaubt man der friesischen Tourismusbranche – das Top-Event im Februar. Mit vielen Feuern entlang der Küste soll der Winter vertrieben werden. Zu Tausenden kommen die Touristen nach Sylt, Föhr, Husum oder eben nach Sankt Peter-Ording, um sich dieses Spektakel anzuschauen. So auch wir. Klasse Service vom Beach Motel: Mit dem hauseigenen T1!!! Bj. 1965 wurden die Gäste in die Stadt gebracht und wieder abgeholt. Vor Ort dann aber schnell Enttäuschung: Etwas gelangweilt vom brennenden Holzhaufen und genervt von den vielen vielen Menschen an den wenigen Fressbuden sind wir schnell geflüchtet, zurück ins Hotel. Aber die Idee, den Winter zu vertreiben, die gefällt. Die Fahrt mit dem original Bulli war aber das eigentliche Highlight.

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